Rückblick
125. Billbrookkreis-Treffen
am Montag, 9. Februar 2026, von 12 bis 14 Uhr
im Hotel Böttcherhof
Jahresauftaktveranstaltung
Ehrengast/Gastredner: Rasmus J. Joensen, Kapitalmarktexperte, Sydbank
Thema: Wirtschaftsprognose für 2026
Impulsvortrag: Christin Ellefsen, Stakeholdermanagement, Behörde für Inneres & Sport
Thema: Vorprojekt Olympische und Paralympische Spiele
Gelungener Jahresauftakt
Mit einem kleinen Jubiläum und zwei hochaktuellen Vortragsthemen startete der Billbrookkreis ins neue Jahr. Traditionsgemäß stand auch diese Jahresauftaktveranstaltung im Zeichen eines wirtschaftlichen Ausblicks auf das laufende Jahr – den gab erstmals der Kapitalmarktexperte Rasmus J. Joensen. Und in einem Impulsvortrag stellte Christin Ellefsen, Behörde für Inneres & Sport, das Konzept für die Bewerbung der Stadt Hamburg für die Olympischen Spiele vor.
„125-mal eine solche Veranstaltung zu machen, das ist schon etwas Besonderes und das wollen wir auch ein bisschen feiern“, freute sich Bernhard Jurasch, Erster Vorsitzende des Billbrookkreises, und stieß mit den mehr als 80 Gästen aus dem Umfeld des Billbrookkreises und des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft auf das Jubiläum an. Der Billbrookkreis-Vorstand habe über die Jahre immer wieder hervorragende Referenten einladen können. „Es waren viele tolle Leute hier, die auch gern gekommen sind“, so Jurasch. Es mache große Freude, dass auch regelmäßig so viele Gäste zu den Veranstaltungen kommen.
Zwischen Wahlkampf, KI-Boom und Konjunkturwende: Warum die Märkte trotz Risiken auf Optimismus setzen
Rasmus J. Joensen gab in seinem Vortrag ein Überblick über die derzeit wichtigsten Einflussfaktoren auf die Finanzmärkte – von der US-Politik über die KI-Debatte bis hin zur wirtschaftlichen Entwicklung in den USA und Europa sowie langfristigen Megatrends.
Das Weiße Haus: Politik als Marktfaktor
Die Nominierung von Kevin Walsh zum neuen US-Notenbankchef wurde von den Märkten positiv aufgenommen, da er als erfahren und fachlich kompetent gelte. Dennoch bleibe die Unabhängigkeit der Notenbank ein sensibler Punkt.
Mit Blick auf die anstehenden Midterm-Wahlen richte sich die Politik zunehmend auf innenpolitische Themen aus. Steuerliche Entlastungen sollen die Kaufkraft stärken, denn der US-Wähler entscheide stark nach wirtschaftlicher Lage. Gleichzeitig führten Zölle zunehmend zu höheren Verbraucherpreisen. Die deutlich reduzierte Migration verschärfe den Arbeitskräftemangel, was zusätzlichen Lohndruck erzeuge. Inflation und Zinspolitik bleiben laut dem Kapitalmarktexperten daher zentrale Beobachtungsgrößen.
KI-Blase? Differenzierte Betrachtung
Die massiven Investitionen großer Technologiekonzerne – etwa von Alphabet – nährten Diskussionen über eine mögliche KI-Blase, so Joensen. Klassische Warnsignale wie hohe Marktkonzentration, technologische Euphorie und gestiegene Bewertungen seien teilweise vorhanden.
Allerdings seien weder die Kreditfinanzierung noch die Bewertungen historisch extrem. Auch Börsengänge verlaufen moderater als in früheren Blasenphasen. Rücksetzer im KI-Sektor wertet der Referent daher eher als gesunde Konsolidierung denn als Crash-Vorbote. Die strukturelle Bedeutung von Künstlicher Intelligenz für Produktivität und Wachstum bleibe ungebrochen.
USA und Europa: Unterschiedliche Dynamik
Wie Joensen ausführt, profitieren die USA von hohen Technologieinvestitionen und fiskalischen Impulsen. Das Wachstum ist robust, die Unternehmensgewinne steigen, gleichzeitig zieht die Inflation wieder an.
Europa zeigt ein gemischtes Bild, jedoch mit positiven Signalen. Der Dienstleistungssektor wächst, die Industrie sendet erste Erholungssignale. Besonders Deutschland sieht er Experte an einem Wendepunkt: Öffentliche Investitionen, gelockerte Schuldenregeln und steigende Auftragseingänge sprechen für eine Belebung. Zusätzlich besteht Potenzial durch Bürokratieabbau. „Deutschland kann es allein schaffen, wenn wir es wollen“, so die Einschätzung. Die US-amerikanische Notenbank Fed wolle die Zinssätze auch 2026 senken, die europäische Zentralbank EZB höchstwahrscheinlich nicht. Die Inflation in der Eurozone bewege sich nahe dem Zielwert der EZB.
Megatrends als langfristige Treiber
Abschließend stellte Joensen unter „Neues aus der AL Sydbank“ strukturelle Megatrends vor: technologische Innovation, Sicherheit und Verteidigung, Klimawandel und Energiewende, demografischer Wandel sowie der „Verbraucher der Zukunft“. Diese langfristigen Entwicklungen prägten die Märkte nachhaltiger als kurzfristige Schwankungen.
Trotz geopolitischer Risiken und politischer Unsicherheiten überwiegt der Optimismus. Solide Gewinnzuwächse, fiskalische Impulse und strukturelles Wachstum sprechen aus Joensens Sicht für konstruktive Kapitalmärkte – mit langfristig attraktiven Perspektiven.
Zum Nachlesen und Download:
Die Vortragspräsentation von Rasmus J. Joensen, Kapitalmarktexperte der Sydbank, ist hier abrufbar.
Warum Olympische und Paralympische Spiele nach Hamburg kommen sollen
Christin Ellefsen erläuterte die Motivation und das Konzept für eine Bewerbung Hamburgs um die Olympischen und Paralympischen Spiele. Sie betonte, dass es dabei nicht nur um ein Sportereignis gehe, sondern um ein langfristiges Zukunftsprojekt für die Stadt und darüber hinaus.
Zentral sind drei Leitgedanken: die Kraft der olympischen Idee als Symbol für Frieden, Vielfalt, Freiheit und Respekt; das Brückenbauen – sowohl im wörtlichen als auch im gesellschaftlichen Sinn – passend zu Hamburgs weltoffener, liberaler Identität; sowie die Olympischen Spiele als positives Zukunftsprojekt, das neue Energie freisetzen und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken soll.
Die Referentin widersprach dem häufigen Kostenargument. Ziel sei es, eine besonders fitte und gesunde olympische und paralympische Generation hervorzubringen, die Modernisierung der maroden Sportinfrastruktur in der gesamten Stadt voranzutreiben und Ehrenamt sowie Trainerstrukturen zu stärken. Die Spiele würden zudem als Beschleuniger für Innovation, Mobilität und Nachhaltigkeit wirken – etwa durch den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und neue Mobilitätskonzepte.
Aus wirtschaftlicher Sicht hob Ellefsen die Bedeutung des Sports als starken Wirtschaftsfaktor hervor: Der Sportsektor sichere bereits heute viele Arbeitsplätze und erzeuge hohe zusätzliche Wertschöpfung in Bereichen wie Tourismus, Gastronomie, Medien und Handel. Erfahrungen aus anderen Austragungsorten zeigten zudem, dass regionale Unternehmen stark von den Aufträgen profitieren können.
Ein weiterer Schwerpunkt sei das Sportstättenkonzept, das auf kurzen Wegen, bestehender Infrastruktur und temporären Bauten basiere. Hamburg solle nicht umgebaut, sondern selbst zur Arena werden. Ein Alleinstellungsmerkmal der Bewerbung seien die extrem kurzen Distanzen zwischen olympischem Dorf und Wettkampfstätten sowie die konsequente Einbindung des öffentlichen Nahverkehrs.
Die Paralympischen Spiele werden „ausdrücklich als gleichwertig mitgedacht“. Ziel sei es, Hamburg zur barriereärmsten Metropole Deutschlands zu entwickeln. Abschließend rief Ellefsen zur aktiven Unterstützung der Bewerbung und zur Beteiligung an der Volksabstimmung auf und skizzierte die anstehende Informations- und Kampagnenphase.
Am 31. Mai 2026 sind die Hamburgerinnen und Hamburger aufgerufen, darüber abzustimmen, ob die Stadt für die Olympischen und Paralympischen Spiele an den Start gehen soll.
Zum Nachlesen und Download:
Präsentation: „Eine Chance für alle. Olympische und Paralympische Spiel in Hamburg
Olympia-Imagefilm: https://t1p.de/9b5qy
Weitere Informationen zur Bewerbung Hamburgs: hamburg-olympia.de
Wer selbst auch für die Olympischen und Paralympischen Spiel in Hamburg werben möchten, findet hier offizielle Kommunikationsmaterialien: www.brandox.com/sommerspiele-hamburg
Nach dem offiziellen Mittagstreffen von 12 bis 14 Uhr lud Sven Grönwoldt, Geschäftsführer KIRIA Advidory, zum „Cappuccino danach“ in die Lobby des Hotels Böttcherhof ein – wo sich dann gute Gelegenheit für vertiefende Gespräche bot.
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Bernhard Jurasch, Erster Vorsitzender des Billbrookkreises, freute sich, beim 125. Bilbrookkreis-Treffen zwei spannende Vorträge anzukündigen. -
Vortragende und Gastgeber: (von links) Rasmus J. Joensen, Christin Ellefsen, Bernhard Jurasch. -
Zahlreiche Mitglieder und Gäste des Billbrookkreises und des BVMW waren der Einladung zur Jahresauftaktveranstaltung des Billbrookkreises ins Hotel Böttcherhof gefolgt. -
Anlässlich des Jubiläums gab es Sekt und Orangesaft zum Anstoßen. -
Mit bewährtem freundlichen, guten Service kümmerten sich die Mitarbeitenden des Hotels Böttcherhof um das leibliche Wohl der Gäste. -
125. Billbrookkreis-Treffen: Bernhard Jurasch, Erster Vorsitzender des Billbrookkreises, sprach anlässlich des kleinen Jubiläums einen Toast aus und stieß mit den Gästen an. -
Christin Ellefsen, Behörde für Inneres & Sport, stellte Hamburgs Konzept für die Olympischen und Paralympischen Spiele vor. -
Mit viel Überzeugungskraft warb Christin Ellefsen für die Olympiabewerbung der Stadt Hamburg. -
Bernhard Jurasch mit Rasmus J. Joensen, Kapitalmarktexperte der AL Sydbank, und Dr. Günther Klemm, ehemaliger Syndikus und Chef-Volkswirt der Hamburger Handelskammer, der mehr als 15 Jahre den jährlichen Wirtschaftsausblick gab (von links). -
Rasmus J. Joensen, Kapitalmarktexperte von der AL Sydbank, spannte in seinem Vortrag einen weiten Bogen über die zentralen Einflussfaktoren auf die Finanzmärkte. -
Steuern wir auf eine KI-Blase zu? Rasmus J. Joensen beleuchtete diese Frage differenziert. -
Mit großen Interesse verfolgten die Anwesenden den Jahresausblick des Kapitalmarktexperten Rasmus J. Joensen. -
Vorn im Bild: Michael Harder Kock, Geschäftsführer Güterkraftverkehr Hamburg-Holstein und kooptiertes Vorstandsmitglied des Billbrookkreis e.V. -
Neue Kontakte kennenlernen, alte Bekannte wiedertreffen, in fast familiärer Runde Netzwerken – das zeichnet den Billbrookkreis aus. -
Gern gesehene Gäste: Katharina Behnisch, PK 42 in Billstedt, und Dr. Günther Klemm, langjähriger Freund des Billbrookkreises. -
Gespräch unter Billbrookkreis-Mitgliedern: Tanja Königshagen, Geschäftsführerin Agentur FMR im Norden, und Dr. Matthias Otto, Mitglied der Geschäftsleitung Chemische Fabrik Dr. Weigert. -
Bernhard Jurasch dankte Rasmus J. Joensen für den informativen Jahresausblick. -
.... und Bernhard Jurasch überreichte Rasmus J. Joensen ein Geschenk. -
Volker Schulze, Geschäftsführer Atlas Hamburg, im Gespräch. -
Rechtsanwalt Dr. Dietmar Buchholz (links), kooptiertes Vorstandmitglied des Billbrookkreises, im Gespräch mit Frank Schulz, Geschäftsführer von Max Wiede.
Fotos: Mirko Hannemann