Lokales

Billbrook in der Bildzeitung

Am 4. Januar erschien in der Bildzeitung ein Artikel über den Ist-Zustand unseres Wirtschaftsstandortes. Den möchten wir Ihnen gern zur Kenntnis geben, falls er Ihnen nicht schon bekannt ist (siehe Anhang).

In mehreren Treffen mit dem Wirtschaftsexperten der CDU, Herrn Westenberger, erörterten wir die seit langem bestehenden Probleme unseres Quartiers.

Die Tonalität des Artikels entsprach der üblichen Diktion der Bildzeitung, machte aber die bisher ungelösten Problematiken im Kern deutlich.

Der Stadt und speziell dem Bezirksamt Mitte sind die Umstände, auch durch unsere ständige Thematisierung, bekannt. Nicht zuletzt durch das Engagement von Senator Frank Horch befassen sich etliche Arbeitskreise mit Lösungen, die wünschenswerterweise durch den Zeitungsartikel vielleicht beschleunigt werden.

Die Bürgerschaft befasst sich Ende Januar in einer Sitzung mit der Situation in Billbrook

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Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Vorstand
Dieter Horchler, Robert Meyer, Bernhard Jurasch


Lokales

Das Handlungskonzept für Billbrook/Rothenburgsort ...

... wurde am 24. Mai 2016 im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung in der Still Arena anhand von Bestandsanalyse, Zielszenarien und Maßnahmenvorschlägen vorgestellt. Sechs Handlungsfelder wurden identifiziert: Flächennutzung, Infrastruktur, Städtebau und Freiraum, Verkehr und Mobilität, Markt und Unternehmen sowie Kommunikation und Beteiligung.


Modellhafte Perspektive: Um die wirtschaftliche Dynamik des Standortes Billbrook und Umgebung weiter zu stärken, soll das Industriegebiet einem umfassenden Modernisierungsprozess unterzogen werden.

Hier finden Sie die Präsentationen des Abends zum Download >>>

(Bild: BSU, Spengler Wiescholek Architekten und Stadtplaner, WES GmbH Landschaftsarchitekten, Urban Catalyst studio, Visualisierung: moka-studio, Luftbild: Matthias Friedel)


Bericht aus dem Vorstand

Vorstand besucht Flüchtlingsheim in der Berzeliusstrasse

 
Ein Erfahrungsbericht von Bernhard Jurasch, 1. Stellvertretender Vorsitzender des Billbrookkreis e.V.
 
Am 23.07.2015 hat der Vorstand gemeinsam mit dem Quartiersmanager Herrn Seeck das Flüchtlingsheim in der Berzeliusstraße besucht. Wir wurden von Julia Röder, Leiterin des Heims, von der stadteigenen Pflegen & Wohnen GmbH freundlich begrüßt und durch Anlage geführt. Die Unterkünfte sind funktional, es sind definitiv keine "Luxusunterbringungen“. Familien erhalten möglichst eigene Räume, aber auch Mehrbettzimmer für mehrere Einzelpersonen, Gruppenräume für Sprachkurse und Vorbereitungsgespräche für Behörden und Ämter sowie Küchen, Aufenthalts- und Sanitärbereiche stehen den Flüchtlingen zur Verfügung. Mit ihrer Größe für 600 Bewohner ausgelegt, gehört das Flüchtlingsheim zu den kleineren Einrichtungen und macht einen sehr sauberen und gut geführten Eindruck. Hauptsächlich sind in der Berzeliusstraße Kriegsflüchtlinge aus Syrien und Afghanistan untergebracht.
 
Nach unserem Rundgang trafen wir Herrn Kobusch, Geschäftsbereichsleiter der Pflegen & Wohnen GmbH, der uns über den Umgang mit den Asylbewerbern ins Bild setzte. Besonders hervorzuheben ist, dass keine Dolmetscher im Heim eingesetzt werden, nur in Ausnahmefällen, wenn es um behördliche Angelegenheiten geht. „Im Alltag verständigen wir uns mit Händen und Füßen“, so Kobusch, „und es klappt besser als gedacht! Unser Ziel ist, dass unsere Bewohner aus eigenem Antrieb so schnell wie möglich die Sprache erlernen.“
 
Die Spendenbereitschaft ist auch hier im Quartier groß. Auf unsere Frage, wie man Hilfe leisten könne, bekamen wir überraschende Antworten. Kleidung wird nicht benötigt und kann auf Grund von Platzmangel auch nicht eingelagert werden, trotzdem sind Kleidungsspenden gern gesehen und in der Kleiderkammer der Kreuzkirche Billstedt abzugeben. Dort holen sich die Flüchtlinge das, was sie benötigen. Sportgeräte wie zum Beispiel eine Tischtennisplatte – gerne auch für den Außeneinsatz – und vor allem Bücher für eine Bibliothek, insbesondere Kinder- und Jugendbücher für den Sprachunterricht, werden benötigt. Fahrräder sind bereits ausreichend gespendet worden. Es fehlte an dem Tag unserer Besichtigung noch an einer Grundausstattung für eine Fahrradwerkstatt, um die gebrauchten Fahrräder zu reparieren. 2. Stellvertretender Vorsitzender Robert Meyer erklärte spontan, sich darum zu kümmern. Drei Tage später konnte sich Frau Röder über eine Grundausstattung freuen. Mittlerweile wurde eine funktionierende Fahrradwerkstatt im Heim installiert.
 
Überschattet wurde unser Besuch, als am Nachmittag ein kleiner Junge aus dem Flüchlingsheim auf der Berzeliusstraße von einem Auto angefahren wurde. Der Junge kam ins Krankenhaus und musste später operiert werden, er liegt bis heute noch immer im Krankenhaus und hat weitere Operationen vor sich. Das zeigt das an der Verkehrssicherheit der Anlage noch gearbeitet werden muss. Die Straße ist in dem Bereich zwar mit 30km/h beruhigt, die abgestellten LKW und Anhänger machen den Straßenabschnitt jedoch sehr schlecht einsehbar.
 
Mit Herrn Kobusch haben wir insbesondere über das Thema “Flüchtlinge in Arbeit" gesprochen, der meinen Vorschlag zur Unterstützung mit Begeisterung aufgenommen hat. Dieses Pilotprojekt bezieht sich ausschließlich auf die Berzeliusstraße und ist natürlich auch für die Flüchtlinge freiwillig. Zunächst werden wir im Erstgespräch klären, welche Qualifikationen der erwachsene Flüchtling besitzt und was er arbeiten möchte. Im Vorfeld hatte ich bereits einige Unternehmen auf Flüchtlings-Praktika angesprochen und die Resonanz dazu war positiv. Um bei dem einzelnen Flüchtling testen zu können, wie gut seine Qualifikationen und Kenntnisse sind, werden wir dem interessierten Bewerber einen Praktikumsplatz stellen. Aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen können wir ableiten, welche Tätigkeit er ausüben kann und versuchen dann, ihn in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Bei erkennbaren Lücken werden Bildungsträger Nachqualifizierungen durchführen.
 
Den personalen, fachlichen Hintergrund übernimmt die PEAG Personal GmbH, Niederlassung Hamburg. Frau Röder und Herr Kobusch begleiten das Projekt in der Berzeliusstraße und werden entsprechende weitere notwendige Kontakte herstellen. Herr Seeck als Quartiersmanager wird das Projekt in seiner Arbeit ebenfalls unterstützen. Zudem konnte ich eine kostenfreie juristische Unterstützung, die auf Einzelfragen eingehen kann und verschiedene Bildungsträger für notwendige weitere Qualifikationen für das Projekt gewinnen.
 
Auf dem vergangenen Treffen des billbrookkreises e.V. hatte ich kurz von dem Vorstandsbesuch berichtet und das Thema „Flüchtlinge in Arbeit“ vorgestellt. Mein Aufruf an die Billbrooker Unternehmen, Praktikumsplätze bereit zu stellen, hatte eine überwältigende positive Resonanz. Direkt nach der Veranstaltung kamen mehrere Unternehmer auf mich zu und haben Ihre Unterstützungsbereitschaft signalisiert. Auch die Handwerkskammer erklärte sich sofort bereit, aktiv zu werden, so dass wir Handwerksbetriebe ansprechen können. Bis hin zu einer sehr rührenden Reaktion eines Kellners, der meinen Beitrag durch Zufall hörte. Er gab mir einen Zettel mit seinem Namen und Adresse und sagte: „Wenn Sie jemanden zum übersetzen brauchen, ich spreche Französisch, Englisch und Arabisch, ich mache das kostenlos und möchte das Projekt unterstützen.“
 
In den nächsten Tagen werden weitere Gespräche für die Umsetzung und Durchführung zur Integration auf unserem Arbeitsmarkt geführt. Das Projekt ist nicht auf Massenbewältigung ausgerichtet, sondern es geht uns hier immer um den Einzelfall, um möglichst hohe Erfolgschancen zu erzielen. Nach jetziger Erkenntnis ist die Unterstützung und Anteilnahe sehr groß, dafür ein Großes Danke an die Hamburg-Billbrooker Unternehmen.

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